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PCRF – medizinische Versorgung im Nahen Osten


Von
Denise Nanni und Milena Rampoldi, ProMosaik. Deutsche Übersetzung von Beyza
Ünver. Nachstehend unser Interview mit Steve Sosebee von der
Organisation PCRF,
dem Palestine Children’s Relief Fund, der Kinder im Westjordanland und in Gaza
unterstützt. ProMosaik steht für die Rechte der Palästinenser. Palästinenser
leben auch in Flüchtlingslagern außerhalb ihrer Heimat, in unseren Ländern des
Nahen Ostens. Die Organisation PCRF hilft ihnen auch im medizinischen Bereich.
Auf ihrer Webseite erklärt die Organisation: „Unser Ziel ist es,
sicherzustellen, dass jedes krebskranke Kind in Gaza,  die Chance erhält, die Pflege zu erhalten, die
es vor Ort braucht, ohne dass dabei Politik, Religion oder Geld eine Rolle
spielen.“
Wie
identifizieren und wählen Sie die Kinder aus, die Ihre Organisation
unterstützt?  
Wir haben eine Vielzahl von Möglichkeiten, um
behandlungsbedürftige Kinder im Nahen Osten zu ermitteln.
Dazu gehören unsere freiwilligen Ärzte, die aus der ganzen
Welt in den Nahen Osten kommen, um behandlungsbedürftige Kinder zu treffen, für
die vor Ort keine Behandlung möglich ist. Diese Ärzte und unsere
Ansprechpartner vor Ort übermitteln uns dann die Kinder aus dem gesamten
Westjordanland, Libanon, Gaza und Jordanien. Wir arbeiten auch mit den Gesundheitsbehörden
und Ärzten vor Ort zusammen, die Patienten zu uns und anderen NRO zur
Behandlung überweisen. Letztendlich werden die Daten der behandlungsbedürftigen
Kinder über Internet an uns übermittelt. Durch diese verschiedenen Quellen sind
wir in der Lage, jedes Jahr Tausenden arabischer Kinder chirurgische Leistungen
anzubieten. Sie stammen aus dem gesamten Nahen Osten und erhalten Unterstützung
auf allen Spezialgebieten. Sie werden unabhängig von ihrer ethnischen
Zugehörigkeit, Religion und Nationalität von uns betreut. 
Wie viele Krankenhäuser unterstützen Sie zurzeit durch die
Entsendung freiwilliger Ärzte?
Wir arbeiten in vielen Krankenhäusern im ganzen Nahen Osten,
einschließlich in den Krankenhäusern von Jenin, Rafidiah, Tulkarem, im Palestine
Medical Complex in Ramallah, im Makassed in Jerusalem, in Beit Jala, Alia in
Hebron, Shifa in Gaza, Al Aqsa in Deir El Balah, im europäischen Krankenhaus in
Gaza, El Hamshiry in Saida, Safad im Badawi Flüchtlingslager und im Krankenhaus
Haifa in Beirut.
Halten
Sie auch Ausbildungskurse? Wenn ja, auf welche Weise?
Ja, wir bieten Schulungen für Ärzte vor Ort an, um ihre
Fachkompetenz zu verbessern. Unter anderem haben wir einem palästinensischen Handchirurgen
ein Ausbildungsstipendium in Indien vermitteln. Wir organisieren auch viele andere
Schulungen und Workshops für Ärzte vor Ort. Wir stellen auch Ausstattungen und
Materialien für örtliche Krankenhäuser bereit. So haben wir zum Beispiel in
Nablus eine Aufwachstation errichtet und Sterilisationsmaschinen für
Krankenhäuser in Gaza bereitgestellt. Außerdem kooperieren wir mit anderen NRO,
um ein Dialysekrankenhaus im Nordlibanon zu bauen. Wir arbeiten kardiologische
Programme für Kinder in Ramallah und Gaza aus. Hierbei kümmern wir uns vor
allem um palästinensische Kinder, die an Krebs leiden, indem wir im
Westjordanland und im Gazastreifen neue Einrichtungen ins Leben rufen. All
diese und viele andere Projekte sollen dazu beitragen, die Kapazität der
örtlichen Gesundheitsdienstleister zu verbessern, um ihre Patienten besser zu
bedienen.
Wie
sorgen Sie für die soziale Eingliederung von Kindern mit psychischen Leiden?
Wir haben ein psychisches Gesundheitsprojekt für Kinder, die
in Gaza infolge der Kriege und Belagerungen unter posttraumatischen Störungen und
anderen Phobien leiden. Unser Programm unterstützt Hunderte von Kindern und
ihre Familien in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für
Mind Body
Medicine
 und dem Gaza
Community Mental Health
Programm.
 
Arbeiten
Sie mit irgendeiner örtlichen Behörde oder Institution zusammen? Wenn ja, wie?
Wir arbeiten mit zahlreichen Partnern und Organisationen zusammen.
Um die wichtigsten zu nennen: die Weltgesundheitsorganisation, die Vereinten
Nationen und Dutzende von Partnern in den USA, Europa und dem Nahen Osten. Wir
überprüfen in allen Fällen, dass diese Organisation keine politischen Ziele
verfolgen, wenn sie den Kindern helfen und kontrollieren, dass sie nicht auf
der US-Liste der terroristischen Organisationen stehen.