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Unser Projekt 20 – Dr. phil. Milena Rampoldi: Der Menschenrechtler Louis Hunkanrin und sein Kampf gegen die Sklaverei


Liebe Leserinnen und Leser,
auch in diesem Werk geht es wie im Buch über Prof. Saidou Kane und im zweiten Teil zum Thema Islam gegen Sklaverei, in dem die arabischen Antiabolitionisten im Namen des islamischen Egalitarismus widerlegt werden, um das Thema der schwerwiegendsten Unterdrückung des Menschen durch den Menschen, und zwar um die Sklaverei.
Hier wird ein heldenhafter Menschenrechtler aus dem Benin vor der Unabhängigkeit, als noch die französischen Kolonialherren in Französisch-West-Afrika regierten, vorgestellt, der sich im mauretanischen Exil um 1930 gegen die Sklaverei auflehnte und die Kolonialherren hart kritisierte, weil sie mit den maurischen Sklavenhaltern gemeinsame Sache machten… Ein wundervoller Mann, der sein Leben lang als Journalist nicht schweigen konnte. Ein Beispiel engagierter und gelebter Zivilcourage. Kurzum: ein Mann, der nicht vergessen werden darf. Daher hat sich ProMosaik e.V. entschieden, dieses Werk zu veröffentlichen: im Namen der Menschenrechte und der Gleichheit aller Menschen, wie Hunkanrin so schön sagt, vor Jahve, Mahoma oder Allah… denn alle monotheistischen Religionen sind in ihren Kernaussagen egalitär und respektieren die Menschenwürde und die Gleichheit aller Menschen vor dem Schöpfer.
Wir freuen uns auf Ihre Kommentare
Dankend
Die Redaktion von ProMosaik

Hier zur Veranschaulichung ein altes Photo von der Hütte, in der Hunkanrin seine Exiljahre verbrachte und trotzallem nicht über die Missstände schwieg, die er hautnah erlebte:

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Dieses
Werk von Dr. phil. Milena Rampoldi, das von ProMosaik e.V. veröffentlicht wurde,
verfolgt wie die beiden vorherigen Arbeiten zum Thema Islam gegen Sklaverei das
Ziel, die Öffentlichkeit hinsichtlich der menschenverachtenden Institution der
Sklaverei, die bis heute in Mauretanien durch oft religiöse
„Pseudo-Legitimierung“ verewigt wird, zu sensibilisieren. ProMosaik hat sich in
seinem Manifesto vorgenommen, in
seinen Schriften gegen jegliche Form der Unterdrückung zu kämpfen. Und
Sklaverei ist wohl die höchste Form der Unterdrückung und Missbilligung der
Würde eines Menschen. 

In diesem Buch wird ein ganz besonderer Menschenrechtler aus der
französischen Kolonialzeit vorgestellt, der in Europa leider in Vergessenheit
geraten ist. Es handelt sich um den Lehrer und Journalisten aus dem Benin der
Kolonialzeit Louis Hunkanrin, der sein Leben lang gegen die Sklaverei kämpfte
und diesen Kampf mit jahrelanger Haft bezahlte. 
 
 

Im
mauretanischen Exil schrieb er eine Reihe kurzer Schriften mit dem Titel Un forfait colonial. Darin denunziert er
die mauretanische Sklaverei als eine unmenschliche Institution, die gegen die
Menschenrechte, gegen jegliche Religion (er bezieht sich hier vor allem auf die
monotheistischen Religionen) und auch gegen die Prinzipien der französischen
Revolution verstößt. Daher kritisiert er in einem die Verzerrung der
islamischen Religion durch die Mauren, „die sich als voll Allah auserwählt
ansehen, um auf Kosten anderer zu leben“ und den Islam manipulieren, um die
Versklavung ihrer Mitmenschen zu verewigen, und die französische Kolonialmacht,
die Farcen-Verordnungen gegen die Sklaverei erlässt und sich nicht aktiv für
ihre Bekämpfung einsetzt, weil die Allianz mit den herrschenden, maurischen
Aristokraten und die Korruption mehr Geld einbringen und einfach bequemer sind
als der steile Weg des Kampfes für die Gerechtigkeit und Gleichberechtigung
aller Volksgruppen und sozialen Schichten im Namen des Ideals der
Brüderlichkeit, das nach Ansicht der Autorin wohl nicht als Exportgut gedacht
war.  Er fordert die Beamten der
Kolonialverwaltung zur Befreiung der Sklavinnen und Sklaven im Lande auf. Die
Autorin umschreibt im ersten Kapitel die Biographie des Journalisten als
„heldenhaft“: denn er setzt  sich als
Häftling und als Andersgläubiger im Namen der Menschenrechte für muslimische
Sklavinnen und Sklaven in Mauretanien ein. Hunkanrin war Marxist. Die Autorin
sieht in ihm einen wichtigen Autor für den Dialog zwischen Marxismus und Islam
heute im Bereich des sozio-politischen Handelns zwecks Abschaffung der
Sklaverei in Mauretanien. Hierzu schreibt sie:
Ich
finde, dass der Dialog und die Zusammenarbeit mit dem Marxismus in seinem
Aspekt des Kampfes für die Gerechtigkeit im Diesseits, auch zahlreiche
Musliminnen und Muslime ansprechen kann

Er durchleuchtet auch sehr gut, wie Religion manipuliert werden kann,
um habsüchtiges Kastendenken durchzusetzen und die Schwachen zu unterdrücken.
Durch seine Schriften erkennen wir Musliminnen und Muslime heute, wie der Kampf
gegen die Sklaverei ein Kampf des Islam im Allgemeinen und der islamischen
Menschenrechte im  Besonderen sein muss, um
diese Institution in Mauretanien endgültig aus der Welt zu schaffen.
  
Wie
im Falle einer der Genitalverstümmelung der Frau, müssen wir ein klares NEIN
gegen die Sklaverei aussprechen: ein klares UND absolutes NEIN, ein
interreligiöses und ein interkulturelles NEIN. Ein NEIN gegen die Sklaverei
bedeutet ein JA zu Gunsten der Menschenwürde.  
Die Welt ist bunt.
Die Welt ist ein großes Mosaik voller Farben, das aus
verschiedenen Steinchen zusammengesetzt ist, die durch interkulturelle und
interreligiöse Brücken miteinander verbunden sind.